Srbenka

Im Winter 1991 verteidigt sich Kroatien gegen die von Serbien ausgehende militärische Aggression, es herrschen Chaos und Selbstjustiz. Zu den Opfern dieses Konflikts zählt die zwölfjährige Aleksandra Zec, eine in Zagreb gelynchte Jugendliche serbischer Herkunft.

Niemand wurde für diesen Mord je verurteilt. Eine Generation später – noch immer werden serbische Schüler den «Feinden» von gestern gleichgesetzt – inszeniert der bekannte Theaterregisseur Oliver Frljić die beklemmenden Vorkommnisse mit der ebenfalls zwölfjährigen Serbin Nina in der Hauptrolle. Während draussen aufgebrachte Kroaten gegen die Premiere demonstrieren, wird drinnen die Probe zur kollektiven Psychotherapie. Der Film stellt wie das Theaterstück die dringliche Frage, ob Kunst einen Raum schaffen kann, der den Teufelskreis der Rache durchbricht. (slb)