Eröffnungsfilm

Fr, 09.11.2018, 18.30 Uhr

"Reunion – Ten years after the war"

Jon Haukeland
(Norwegen / 2011 / 1h 12min)

1999: Das serbische Militär und albanische Guerillas kämpfen im Kosovo, Serben und Albanier leben getrennte Leben. An der Schwelle zum Krieg ihrer beiden Länder beschließen zwei Gruppen von Studenten, sich mit ihren jeweiligen Kontrahenden zu treffen. Jon Haukeland war dabei. Das Gespräch führte zur Dokumentation Before the Bombs (1999).

Zwei Wochen danach begannen die Bombenangriffe der NATO, und die Studenten verloren sich aus den Augen. Zehn Jahre später bringt Jon Haukeland sie erneut zusammen, aber das Blatt hat sich gewendet: vertriebene Serbier treffen auf die neue albanische Elite des Kosovo. Ein bemerkenswerter Appell für die äußerste Entschlossenheit, einen Dialog aufrecht zu erhalten.

 Block 1

Sa, 10.11.2018, 14.00 Uhr

"Lejla"

Stijn Bouma
(Bosnien-Herzegowina / 2017 / 22min)

Lejla ist eine junge Frau aus Sarajevo, die sich in ihrem Leben zwischen der Arbeit in einem Fast-Food-Restaurant und der Pflege ihres alten Vater gefangen fühlt.

Eines Tages trifft Sie Vedad, die beiden verlieben sich ineinander. Vedad bietet Ihr an, gemeinsam mit ihm wegzugehen – aber Lejla ist unsicher, was für ihre Zukunft das Beste ist.

"Cherries"

Dubravka Turic
(Kroatien / 2017 / 30min)

Die Spannungen in der Familie verschwinden langsam, was für den 10-jährigen Jakov ein unbeschwerter Sommer hätte bedeuten können. Im Schutz kindlicher Unschuld versteht Jakov die Ursache der Probleme nicht, kann aber eine tiefe Ungerechtigkeit in den Handlungen der Erwachsenen spüren. Eine Reihe von Ereignissen, die in einer Tragödie enden, weckt in ihm eine emotionale Revolte, aber auch Schuldgefühle.

"Belgrade is blue like an orange"

Antonin Blanc
(Serbien/Frankreich / 2018 / 10min)

Ein Mann fährt mit seinem Auto durch Belgrad. Erinnerungen an den Kommunismus werden unvermittelt wach. Dies führt dazu, dass die Stadt ihn dazu bringt, ein Statement für die Zukunft abzugeben.

"The last church bells"

Nikolche Popovski
(Mazedonien / 2017 / 13min)

Der letzte verbliebene Bewohner eines alten, verlassenen Dorfes hält Verbindung mit dem letzten Überlebenden des Nachbardorfes – mit Hilfe der Kirchenglocke.

"Forgive me"

Besim Ugzmajli
(Kosovo / 2018 / 15min)

Bujar, ein Jugendlicher, wird von einem kosovarischen Imam manipuliert und schließt sich als Kämpfer einer terroristischen Gruppe in Syrien an.

Während ihn sein Bruder Agron zur Rückkehr bewegen und verhindern will, dass Bujars Ehefrau Mimoza ihm in das Kriegsgebiet folgt, versucht seine schwerkranke Mutter zu verstehen, was mit ihrer Familie passiert ist.

"A Month"

Zgjim Terziqi
(Kosovo / 2017 / 27min)

Die wahre Lebensgeschichte einer blinden Frau ohne Zuhause, die nach einer Vereinbarung mit ihren vier Schwestern für je einen Monat im jeweiligen Hausstand lebt.

 Block 2

Sa, 10.11.2018, 16.00 Uhr

"almost nothing"

Davor Sanvincenti
(Kroatien / 2017 / 12min)

Ein Gedanke setzt für uns immer eine Gesellschaft, Kultur und vor allem ein Zeitbewusstsein voraus. Wir werden von der Unsterblichkeit verfolgt, ein menschliches Konzept par excellence. Als sei die Welt nur dazu da, uns zu faszinieren. Und zu enttäuschen. Der Film dreht sich um eine Glühlampe, wie sich die Erde um die Sonne dreht. Licht macht den Film sichtbar. Ein fragiler Film, wie unsere Existenz. In der Kreisbahn der Filmtragödie und unserer Realität widersetzt sich das Bild der Grausamkeit des Experiments.

"I Am"

Trampuž Bocevska
(Slowenien / 2017 / 15min)

Milan versucht, nach einer Gefängnisstrafe mit Hilfe eines Freundes Arbeit zu bekommen, aber die Dinge entwickeln sich nicht so wie geplant. Als er erfährt, dass seine Mutter krank ist, kehren seine Ängste zurück, und er wendet sich alten Gewohnheiten zu – bis er beschließt, einen härteren Weg zu gehen.

Er weiß, dass es Zeit für Veränderungen ist und beginnt zu glauben, dass Gesetze und Menschen sich ändern können.

"Ostajem – I’m staying"

Maja Bahtijarevic & Johanna Jannsen
(Bosnien-Herzegowina, Deutschland / 2017 / 28min)

Maja Bahtijarevic floh 1992 im Alter von sechs Jahren mit ihren Eltern vor dem Krieg aus Bosnien-Herzegowina. Seither führt sie ein gutes Leben in Deutschland. Als sie erkennt, dass viele andere genau wie sie ihr Heimatland verlassen, um auf ein besseres Leben im Ausland zu hoffen, beginnt sie sich zu fragen, warum manche jungen Leute diesen Schritt nicht gehen wollen. Sie kehrt zurück nach Bosnien-Herzegowina und trifft Stefan, Jelena und Pedja: drei, die sich entschieden haben zu bleiben, obwohl sie wissen, dass sie um Chancen und Perspektiven kämpfen müssen. Sie erzählen ihre Geschichten und sprechen über die gegenwärtige Situation, ihre Überzeugungen und ihre Hoffnungen.

"Night Walks"

3Julie Rodrigue
(Bosnien-Herzegowina / 2017 / 25min)

Eine junge Frau arbeitet tagsüber viele Stunden in einem kleinen Laden. Abends geht sie zurück in ihr kleines Appartement, um ihren Vater zu pflegen. Immer, wenn sie an engen Plätzen vorbeigeht, denkt sie darüber nach, ihr Leben zu ändern, um mehr Raum für sich zu haben. Gerade als sie von einem zum nächsten Platz kommt, trifft sie jemanden, der ihr die Möglichkeit bietet, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen.

"interview"

Nermin Hamzagić
(Bosnien-Herzegowina / 2018 / 27min)

Vier junge Schauspielerinnen, die gerade von der Schauspielschule kommen, bewerben sich um eine Stelle als Kinderbetreuerin. Dabei offenbaren sich ihre Hoffnungen, Ängste und Ansprüche.

 Block  3

Sa, 10.11.2018, 20.00 Uhr

"Mouth of truth"

Barbara Vekaric
(Kroatien / 2017 / 18min)

Stefani hat unterschiedlich entwickelte Brüste, was zu einem großen Problem wird, weil sie diese Tatsache auf einer Klassenfahrt verbergen möchte. Stefanie versucht, mit ihren sexuellen Komplexen umzugehen, um dem zunehmenden Druck ihrer Freundinnen und dem Jungen, den sie mag, gerecht zu werden. Als jemand bemerkt, dass sie ihren BH ausstopft, unternimmt Stefani einen drastischen Schritt, um die zunehmenden Gerüchte über sie zu widerlegen.

"Winter sun"

Pilar Palomero
(Bosnien-Herzegowina, Spanien / 2017 / 37min)

Nana, eine 80-jährige Dame, braucht eine Operation. Sie und ihr Ehemann Dedo mussten ihre Wohnung in dem kleinen Dorf Hrsa verlassen und vorübergehend nach Sarajevo umziehen, um auf die Operation zu warten. Sie leben im Haus ihrer Tochter, aber das Leben in Sarajevo wird langweilig und leer.

"correspondence #1 –
letter to boris lehman"

Salvador Palma
(Bosnien-Herzegowina, Portugal / 2018 / 15min)

Zwei Filmregisseure sprechen über die menschliche Natur und den Sinn des Lebens, die Fehltritte der Menschheit und die Unmöglichkeit der Perfektion, über die Unendlichkeit von Zeit und Raum, über Politik, Philosophie und Religion, über Zufriedenheit, Vernunft und Selbstmord.

"The Vine"

Ivan Djurovic
(Serbien / 2017 / 28min)

Eine Gruppe junger Typen, die alles in der Welt der Erwachsenen als korrupt und heuchlerisch ablehnen, treffen auf Vladan, der nicht so schwach zu sein scheint wie ihre Väter. Sie entscheiden sie sich, ihm ein Geheimnis zu zeigen, das im Wald versteckt ist. Bald danach erkennen sie, dass er nicht der ist, für den sie ihn gehalten haben.

 Block 4

Sa, 10.11.2018, 22.00 Uhr

"VIDI JA TI NEA" 
("Would you look at her")

Goran Stolevski
(Mazedonien / 2017 / 19min)

Ein junges dickköpfiges, burschikoses Mädchen findet die unwahrscheinliche Lösung all ihrer Probleme in einem rein männlichen religiösen Ritual der orthodoxen Kirche.

"Snijeg za Vodu"
("Snow for water")

Christopher Villiers
(Bosnien-Herzegowina / 2017 / 15min)

Während der Belagerung von Sarajewo 1994 verlangt ein Vater von seinen beiden Kindern, 8 und 5 Jahre alt, eine Badewanne mit frisch gefallenem Schnee zu füllen, um ihn, wenn er schmilzt, als Wasser benutzen. Dabei sollen sie auf die Kugeln der Heckenschützen achten und ihnen ausweichen. Anschließend macht er sich auf den Weg, um ihre Mutter im Krankenhaus zu besuchen. Die Kinder gehorchen, aber riskieren dabei ihr Leben.

"RAY (Rreze)"

Lorena Sopi
(Albanien, Kosovo / 2018 / 12min)

An ihrem 9. Geburtstag, während des Krieges 1999, schrieb Rreze Abdullahu ein Tagebuch der Angst. An diesem besonderen Tag wollte sie keine Geschenke und keine Party zum Geburtstag. Sie hatte nur den einen Wunsch: Sie wollte nicht sterben. An diesem Tag wandte sie sich an einen serbischen Soldaten, der die Gegend kontrollierte und sagte zu Ihm. „Heute ist mein Geburtstag und ich möchte nicht sterben, ich möchte nur überleben.“ Der Soldat begann zu weinen. Rreze war verwirrt, sie dachte, Soldaten weinen nie. Über den Trümmern der Vergangenheit verfällt Rreze 18 Jahre später in Verzweiflung über die Welt, die kein bisschen besser geworden zu sein scheint.

"The Remigrant"

Astrit Alihajdaraj
(Kosovo, Österreich / 2017 / 21min)

Der Film erzählt die Geschichte von Bashkim (50) und seinem Sohn Besnik (17). Die beiden haben vieles gemeinsam: Beide mussten ihr Zuhause in jungen Jahren verlassen. Der Vater floh wegen des Kriegs im Kosovo nach Österreich und der Sohn muss auf Wunsch des Vaters in den Kosovo zurückkehren. Die Rückkehr in den Kosovo nach 17 Jahren in Wien stellt sie beide vor große Herausforderungen. Das starke Verlangen nach dem Platz ihrer Kindheit trennt und vereint Vater und Sohn gleichermaßen.

"Palidhje (Nonsense)"

Ninian Green
(Kosovo / 2017 / 10min)

Ein sonniger Nachmittag im heutigen Kosovo: Drei Freunde nehmen sich vor, einen Geburtstag mit ein paar Drogenpilzen aufzupeppen. Wieviel Rausch hält ihre Freundschaft aus?

"Into the Blue"

Antoneta Alamat Kusijanovi
(Kroatien/ 2017 / 22min)

Julia ist gefühlsmäßig angeschlagen. Sie versucht verzweifelt, den Kontakt zu ihrer besten Freundin Ana wiederherzustellen. Ana hat sich jedoch in einen Jungen verliebt, und so ist Julia nicht mehr erste Wahl. Anas wachsende Ablehnung lässt bei Julia alte Wunden und die Familiengeschichte wieder aufleben. Dabei wird das das Monster der Gewalt wiedererweckt, die sie glaubte, hinter sich gelassen zu haben.

 Block 5

So, 11.11.2018, 12.00 Uhr

"The same"

Dejan Petrović
(Serbien / 2017 / 17min)

Der Film zeigt das alltägliche Leben von Gefängnisinsassen und ihren Wärtern in einem der größten Gefängnisse Serbiens als Metapher für den Verlust der Persönlichkeit in der heutigen Zeit. Diese Dokumentation vergleicht das System Gefängnis mit festgeschriebenen sozialen Rollen und stellt die Frage nach der Relativität der menschlichen Freiheit.

"Love"

Ognjen Petkovic
(Serbien, USA / 2017 / 13min)

In idyllischer Umgebung versucht ein alternder Mann, die harte Realität eines näher rückenden Krieges vor seiner Frau verborgen zu halten.
 

"belonging"

Judith Beuth
(Bosnien-Herzegowina / 2017 / 38min)

In einem noch immer vom Krieg zerrissenen Sarajevo werden die kollektiven Bemühungen eines Schullehrers und der Eltern, eine Lernumgebung für einen gehörlosen Jungen ohne staatliche Hilfe zu schaffen, zu einer Erfolgsgeschichte, die der Debatte über Inklusion in der Bildung weltweit neues Leben einhaucht.

"Head full of Joy"

Branislav Milatović
(Kosovo / 2018 / 10min)

Eine willkürlich geschaffene Phantasiewelt, die gefördert wird durch die Suggestion eines unbedarften Psychoanalytikers, versetzt seinen Patienten in idyllische Lebenswirklichkeiten anderer, in der die Alltagsprobleme angenehmer sind als seine eigenen.

"The Burden"

Zoran Pribicevic
(Kroatien/ 2017 / 20min)

Das Drehbuch folgt der emotionalen und geistigen Abwärtsspirale eines modernen Mannes, der unter dem Druck des täglichen Lebens zusammenbricht.

 GastbeitrÄge 1

Sa, 11.11.2018, 18.00 Uhr

"rooster"

Sabrina Begović-Ćorić
(Bosnien-Herzegowina / 2017 / 15min)

Die Geschichte von Andja spielt sich in einem Dorf in Herzegowina ab. Sie wagt den schwierigen Weg zur Polizei, um ihren Ehemann wegen häuslicher Gewalt anzuzeigen – ein Weg eigentlich auch gegen sich selbst.

"I REMEMBER"

Elma Tataragić
(Bosnien-Herzegowina / 2016 / 17min)

Der Film erzählt auf besondere Art und Weise von Kriegserinnerungen der Regisseurin. Die gesamte Handlung spielt in ihrem Familienhaus. Der Ort verstärkt die Erinnerungen, aber auch die dahinter verborgenen Emotionen.

"Još jedan dan"
("Just another day")

Tina Šmalcelj
(Bosnien-Herzegowina / 2016 / 9min)

Ana versucht, den Geburtstag ihrer besten Freundin Lejla vorzubereiten, während sie mit einer schwerwiegenden Entscheidung konfrontiert wird. Um Lejlas Feier nicht zu verderben, versucht sie, dieser auszuweichen.

"invisible"

Amra Mehić
(Bosnien-Herzegowina / 2017 / 6min)

Die Geschichte eines Mannes, der sich am Abgrund seiner Existenz befindet und bereit ist, über die eigenen Grenzen hinaus zu gehen, um seine Familie zu ernähren.

"Pink Elephant"

Ado Hasanović
(Bosnien-Herzegowina / 2017 / 18min)

Sanja lebt mit ihrem Freund Giovanni in Rom. Eines Tages besucht sie mit ihm ihre bürgerliche und konservative Familie in Sarajevo. Die ohnehin schwere Akzeptanz der Tatsache, dass die Tochter in Italien lebt, auch noch mit einem Italiener, wird noch mehr erschwert, als der Vater eine Tätowierung am Rücken seiner Tochter entdeckt.

 Gastbeitrag 2

So, 11.11.2018, 14.00 Uhr

"My Life Without Air"

Bojana Burnać
(Kroatien / 2017 / 1h 12min)

Ein fesselnder Blick in die wundersame Welt eines Mannes, der die wichtigste Augenblicke seines Deseins unter Wasser verbringt – während eines eines einzigen, kontrollierten Atemzugs. Während er unermüdlich die Grenzen der Physis verschiebt, überwindet er die Grenzen des Möglichen, in dem festen Glauben, nach der Rückkehr an die Oberfläche erneut der Beste zu sein.

 Abschlussfilm

So, 11.11.2018, 18.30 Uhr

"Among Wolves"

Shawn Convey
(USA, Deutschland,
Bosnien-Herzegowina / 2016 / 1h 34min)

Ein Motorrad-Club aus bosnischen Kriegsveteranen hilft seinem Heimatdorf und beschützt eine bedrohte Herde von Wildpferden, die die Männer einst an der Kriegsfront getroffen hatten.